Eine Kinoproduktion von Marantofilms und Giftedfilms in Koproduktion mit dem SWR Gefördert von der MFG, filmstiftung NRW und dem BKM
Mit Martina Gedeck, Markus Krojer, Antonia Lingemann, Beate Meas, Thomas Thieme, Stefan Schadt, Sibylle Cannonica, Hanns Zischler, Mathias Koeberlin
Buch&Regie:   Carsten   Unger,   Produktion:   Gifted   Films   &   Maranto   Films.   Produzenten:   Reza   Bahar   &   Nicole   Ringhut, Redaktion:   Ulrich   Herrmann,   Kamera:   Lars   Petersen,   Schnitt:   Dora   Vajda,   Ausstattung:   Christian   Strang,   Kostmbild: Isabelle    Baumgartner,    Maskenbild:    Sarah    Micucci    &    Melanie    Glawon,    Musik:    Stevie    B-Zet,    Ralf    Hildenbeutel, Produktionsleitung: Annette Schilling.
Preise:   Baden-Württemberg   Film   Preis   für   bester   Spielfilm,   Preis   der   Deutschen   Filmkritik   für   beste   Schauspielerin, Förderpreis   Deutscher   Film   für   beste   Kamera,   Festivalfilmpolicier   Liege   für   bestes   Drehbuch,   Prix   du   Jury   Jeune,   Prix   du Jury Juene Europeén. Vorstellung im MoMa, Museum of Modern Art, New York
Produktionsfirma Gifted Films Koenigsallee 57 71638 LUdwigsburg T. +49 (0) 7141 14 77 542 F. +49 (0) 7141 14 77 543 M. info@giftedfilms.de W. www.giftedfilms.de
Filmverleih W-film Distribution Gotenring 4 50679 Köln T. +49 (0)221 222 1980 M. mail@wfilm.com W. www.wfilm.com
© Carsten Unger
Mit   Martina   Gedeck,   Markus   Krojer,   Antonia   Lingemann,   Beate Meas,   Thomas   Thieme,   Stefan   Schadt,   Sibylle   Cannonica,   Hanns Zischler, Mathias Koeberlin Eine     Kinoproduktion     von     Marantofilms     und     Giftedfilms     in Koproduktion   mit   dem   SWR.   Gefördert   von   der   MFG,   filmstiftung NRW und dem BKM. Der   spannungsgeladene   Psychothriller   liefert   das   Stimmungsbild einer      jungen   Generation,   die   ohne   Eltern   klar   kommen   muss: ungewollt   und      ungeliebt,   viel   zu   früh   erwachsen.   Aber   was passiert,   wenn   sich   diese      Kinder   für   all   die   Vernachlässigungen und gebrochenen Versprechen ihrer  Eltern rächen?
BASTARD IM KINO, April 2013, 127 Minuten, wfilm distribution.
SYNOPIS:   Der   neunjährige   Nickolas   ist   schon   seit   Tagen   spurlos   verschwunden.   Die   Kriminalpsychologin   Claudia   Meinert (Martina   Gedeck)   stößt   in   der   Auseinandersetzung   mit   den   Eltern   des   vermissten   Kindes   auf   Widersprüche,   besonders Nikolas   Mutter   (Beate   Maes)   scheint   etwas   zu   verbergen.   Als   ein   Video   des   vermissten   Nikolas   auftaucht,   das   ihn gefesselt   in   einem   Keller   zeigt,   führt   die   Spur   in   seine   Schule.   Der   13   jährige   Leon   (Markus   Krojer)   verhält   sich gegenüber   der   Psychologin      auffällig,   auch   die   13   Jährige   Mathilda   (Antonia   Lingemann)   scheint   sich   ein   Spaß   aus   dem Fall   zu   machen.   Als   Meinert   kurz   darauf   Leon   bei   den   Eltern   antrifft,   sieht   sie   ihren   Verdacht   bestätigt:   Die   Eltern   sind   in ein   perfides   Vater-Mutter-Kind   Spiel   mit   den   vermeintlichen   Tätern   Leon   und   Mathilda   verwickelt.   Jetzt   liegt   es   allein   in der   Hand   der   Psychologin,   das   dunkle   Geheimnis   um   Nikolas   verschwinden   zu   entschlüsseln   und   den   Jungen   zu   retten. BASTARD   erzählt   an   der   Oberfläche   einen   Psychothriller   über   das   Schicksal   eines   vermissten   Kindes,   darunter   liegt   ein berührendes Drama über Kinder, die beschlossen haben sich zu rächen.
Antonia   Lingemann   gewinnt   den   Preis   der   Deutschen   Filmkritik   als   beste   Schauspielerin   für   ihr Darstellung   in   BASTARD.   BEGRÜNDUNG   DER   JURY:   Momente   der   Stärke   und   Augenblicke   der Verzweiflung,   Glück   und   Enttäuschung,   Kälte   und   Leidenschaft   spiegeln   sich   im   Gesicht   dieser Schauspielerin   nicht   wieder,   sie   sind   real   da,   und   doch   setzt   sie   ihr   großes   Repertoire   an   Gesten und   Mimik   wohl   dosiert   ein.   Durch   ihr   intensives   Spiel   nimmt   sie   den   Zuschauer   mit   auf   die Achterbahnfahrt   die   ihrer   Figur   vom   Drehbuch   zugemutet   wird,   und   auf   der   sie   und   wir   ein Wechselbad   der   Gefühle   erleben   -   das   mit   dieser   Darstellerin   zu   verschmelzen   scheint,   und   einem   nicht   mehr   aus   dem Kopf   geht.   Sie   ist   das   emotionale   Zentrum   eines   hochspannenden,   positiv   überraschenden   Debüts   und   eine   große Entdeckung!
  „Handwerklich   erstklassiger   Psychothriller.   Geschickt   hat   Carsten   Unger   sein   Erstlingswerk   um ein     finsteres     Geheimnis     gestrickt     und     daraus     in     ausdrucksstarken     Kinobildern     einen stimmungsvollen    Kriminalthriller    ausgearbeitet,    der    stilsicher    und    elegant    zwei    noch    nicht strafmndige Teenager als eiskalte Engel ein perfides „Funny Games“-Machtspiel ausüben lässt.“
Mit    seinen    stark    geschriebenen    und    gespielten    Figuren    sowie    der    spannenden    filmischen Umsetzung   gelingt   Carsten   Unger   mit   "Bastard"   ein   sehenswerter,   herausfordernder   Film.   Und was   am   Anfang   kaum   im   Bereich   des   Denkbaren   lag,   entwickelt   sich   immer   mehr   zum   zentralen dramatischen   Konflikt:   Leons   Schicksal   berührt   und   bald   stellt   sich   Mitgefühl   für   den   Jungen ein, dessen verständliche, Identittskrise das Pendel in die falsche Richtung ausschlagen lässt. Christian Horn
„Ein   erstaunlicher   Debütfilm   -   Carsten   Unger   benutzt   die   Klischees   auf   sehr   kluge   Weise.   Er muss   gar   nicht   viel   erzählen,   um   die   Kinder   zu   handelnden   Personen   zu   machen.   Die   Kamera blickt   glasklar   auf   die   Szene,   zeigt   genau,   was   passiert...Unger   findet   überzeugende   Antworten jenseits   von   Küchenpsychologie   und   pädagogischer   Plattitüde.   Auch   mit   den   Formen   des   Kinos geht   Carsten   Unger   in   seinem   Film   sehr   bewusst   um.   Er   setzt   die   Schnitte   nach   einem   strengen Rhytmus,   benutzt   Licht   und   Farben,   um   Zustände   zu   beschreiben   und   verzichtet   auf   erklärende Worte.   Martina   Gedeck   wirkt   als   Polizeipschologin   erstaunlicherweise   hilflos   und   eröffnet   den Kindern dadurch einen Wirkungsraum, der mit Bedrohung angefüllt werden kann." epd Film
„Das    atmosphärisch    dichte    Katz-    und    Mausspiel    punktet    mit    überraschenden    Wendungen, ausdrucksstarken   Bildern   und   starken   Schauspielern:   In   seiner   straffen   Inszenierung   vermeidet Unger   konsequent   jede   spekulative   Überhöhung.   So   ist   keine   einzige   expliziete   Gewaltszene   zu sehen.   Im   Mittelpunkt   steht   vielmehr   psychologische   Gewalt,   so   dass   man   auch   von   einem pschodrama   sprechen   kann.   Der   raffinierte   Rachefeldzug   des   adoptierten   Leon   vor   allem   gegen Nikolas`   Mutter   offenbart   dabei   einen   identitätsverlust   und   eine   tiefe   Verstörung,   an   denen   eine sprachlose   Erwachsenen-Generation   mitschuldig   geworden   ist.   Nicht   zu   übersehen   sind   Bezüge zu Psycho-Thriller-Vorbildern wie »Das Schweigen der Lämmer« und »Funny Games«. Filmecho
Lars   Petersen   gewinnt   den   Förderpreis   Deutscher   Film.   “Der   Jury   hat   besonders   gefallen,   wie Petersen    es    bei    "Bastard"    geschafft    hat,    den    seelischen    Zuständen    der    Figuren    bildliche    Entsprechungen      und      intensive      Unterstützung      zu      geben,      ohne      sich      jemals      zu verselbstständigen.”
BASTARD   erhält   das   “Prädikat   besonders   wertvoll”.   Der   Psychothriller   BASTARD   schraubt   seine Spannung   mit   vielen      überraschenden   Wendungen   in   die   Hähe.   Er   zeichnet   das   Bild   eines Jungen,   der   auf   der   Suche   nach   sich   selbst   ist   und   kein   Mittel   ungenutzt   lässt,   um   seine Herkunft   zu   erfahren.   Die   zwischenmenschlichen   Verwicklungen      werden   geschickt   inszeniert, voller   dramatischer   Kraft,   ohne   pathetisch      zu   sein.   Die   opulente   Ausstattung   und   eine   virtuose Kamera    mit        spannender    Farbästhetik    verschaffen    dem    Thriller    ausdrucksstarke    Bilder. Regisseur   Carsten   Unger   gelingt   es   überzeugend,   die   psychische      Verfassung   jeder   einzelnen Figur   herauszuarbeiten   und   damit   auch   ein      schlüsiges   Stück   Gesellschaftskritik   anzubringen. Insgesamt   ein      geglückter   Versuch,   mit   wesentlichen   Elementen   zeitgemäß   das   Genre   des   Psychothrillers in Deutschland wiederzubeleben.
Die   FAZ   schreibt   über   Böse   Kinder   und   fette   Bilder:   “Unter   den   Werken   der   Jungfilmer   stach   nur eines   heraus:   Carsten   Ungers   "Bastard",   einer   der   visuell   ungewöhnlichsten   Filme   im   Programm, mit   dem   die   Filmtage   eröffnet   wurden.   Unger   erzählt   von   dysfunktionalen   Familien   und   bösen, aber   armen   Kindern,   die   Grenzen   überschreiten   und   nicht   mehr   zurückfinden   -   so   grell,   wie   es   dem   Thema   und   der Empfindungswelt   seiner   Figuren   angemessen   ist.   Manchen   im   Publikum   erschien   das   geschmacklos,   tatsächlich   ist   es der   weithin   gelungene   Versuch,   ein   deutsches   Suburbia-Drama   mit   den   Mitteln   amerikanischer   Genrefilme   zu   erzählen.” RÜDIGER SUCHSLAND, FAZ, 1.1.2011, Nr. 254, S.34
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HART - BÖSE - ECHT: “BASTARD” Regisseur   und   Drehbuchautor   Carsten   Unger   nimmt   seinen   Zuschauer,   den   er   die   kommenden zwei   Stunden   wie   eine   Marionette   tanzen   lässt,   und   schlägt   ihm   am   Ende   mit   aller   Kraft   derart   in den Magen, dass man nach "Bastard" fasziniert und geschockt zugleich ist. moviesection.de
Eddie   Cockrell   schreibt:   “As   a   viral   video   makes   chillingly   clear,   a   nine-year-old   boy   is   being      held against    his    will    in    a    cavernous    concrete    basement.    Criminal        psychologist    Claudia    Meinert (Martina   Gedeck)   makes   inquiries,   finding      inconsistencies   in   his   parents   stories.   Soon   the   trail leads   to   the      boys   school   and   13-year-old   Leon   (Markus   Krojer),   an   adopted   bad   seed      of monstrous   proportions   whose   link   to,   and   interest   in,   the   affected      families   is   far   from   clear. When    Leons    needy,    malicious    classmate        Mathilda    (Antonia    Lingemann)    stumbles    on    new information,   the   stakes   are   raised   enormously.   Bastard   is   a   supremely   confident   and   profoundly   disconcerting   feature   film   debut   by   33-year-old   Carsten   Unger,   who   has      made   a   confrontational, thought-provoking   thriller   in   the   vein   of   Roman      Polanski   and   Michael   Haneke   that   deservedly won recognition at the Hof  festival for Lars Petersens glacially beautiful widescreen  cinematography.”
CARSTEN UNGER  writer & director
PRESSE-INTERVIEW ZUM BASTARD KINOSTART 2013 Carsten Unger (writer&director)   Gab es für diese Geschichte einen Auslöser, einen realen Aufhänger? Ich   stand   in   Köln   an   der   U-Bahn.   Es   war   offenbar   Schulschluss,   denn   der   Bahnsteig   war   voll   mit   Kindern   und ihren   Stimmen,   zwischen   10   und   12   Jahren   alt.   Ein   Mädchen   stand   Abseits,   allein,   sie   sah   anders   aus   als   die Anderen,   etwas   zu   kurzer   Rock,   hohe   Schuhe,   stark   geschminkt,   aber   sehr   trendy.   Sie   sah   befremdlich   aus, ihr   Körper   war   noch   ein   Kind,   aber   ihr   Style   schon   total   sexy.   Irgendwie   hat   sie   gemerkt,   dass   ich   sie beobachte   und   ich   hatte   den   Eindruck,   dass   es   ihr   gefällt.   Sie   kam   auf   mich   zu   und   sprach   mich   an.   Ich   war ehrlich   gesagt   etwas   verlegen,   sie   war   ziemlich   direkt.   Dann   hat   sie   mich   gefragt,   ob   ich   ihr   eine   Zigarette geben   kann.   Ich   habe      „Nein“   gesagt,   doch   sie   hat   nicht   locker   gelassen   und   ihre   Stimme   war   dabei   immer etwas   zu   leise,   sodass   ich   Mühe   hatte   sie   zu   verstehen   und   sie   einen   Vorwand   hatte   näher   zu   kommen. Dann   kam   ihre   Bahn   und   sie   wurde   von   den   anderen   Kids   verschluckt.   Die   Bahn   fuhr   ab   und   mir   wurde bewusst,   dass   ich   gerade   voll   krass   angeflirtet   wurde,   von   einem   11   jährigen   Kind.   Ich   fand   die   Begegnung irritierend   und   habe   angefangen   mir   immer   mehr   Fragen   über   diese   Mädchen   zu   stellen   und   daraus   ist   dann Mathilda entstanden. Dieser   Moment,   wenn   Kinder   noch   nicht   wissen,   was   sie   tun,   aber   es   schon   können,   das   hat   auf   mich   einen faszinierende   und   irritierende   Wirkung:   Ein   Kind,   dass   völlig   unbekümmert   einer   Spinne   die   Beine   aus   reißt. Das   Kind   hat   zwar   die   Kraft   und   die   Macht   dazu,   aber   es   hat   noch   kein   Bewusstsein   für   sein   Opfer   und   die Konsequenzen   seiner   Tat.   In   diesem   Spannungsverhältnis   zwischen   „Können“   und   „Noch   nicht   wissen“ steckt   eine   irritierende   Wucht.   Was   passiert,   wenn   diese   Wucht   außer   Kontrolle   gerät?   Wenn   diese   Kinder nicht   mehr   zu   stoppen   sind?   Eine   Mischung   aus   "Lord   of   the   Flies"   und   "Clockwork   Orange".   Wenn   sich unsere    Kinder    gegen    die    Erwachsenenwelt    wenden    und    sich    für    all    die    Vernachlässigungen    und gebrochenen Versprechen ihrer Eltern rächen? Gibt es filmische Vorbilder für BASTARD, ästhetisch oder inhaltlich? Sergio   Leones   Western.   Diese   pure   Präzision   in   der   Erzählung,   glasklare   Einstellungen,   in   denen   Blicke, Schnitt   und   Dialog   in   einem   Rhythmus   sind.   Dieses   „Blicke-Tennis“,   das   hat   uns   inspiriert.   Szenen,   wie   die „Hinrichtung“   oder   das   „Wer   bin   ich?   -   Spiel“,   wollten   wir   erzählen,   wie   einen   Western-Showdown,   flirrende Spannung   bis   es   knallt.   Im   Genre   sitzt   BASTARD   bewusst   zwischen   den   Stühlen,   ein   bisschen,   wie   ein pubertierender   Jugendlicher,   der   sich   störrisch   gegen   jede   Kategorie   der   Erwachsenenwelt   sträubt.   Wir wollten   eine   Ästhetik,   die   der   Welt   der   Kids   entspricht,   über   die   wir   erzählen:   ihrem   „Geschmack“,   ihrem Lebensgefühl,   ihren   Farben   und   ihrer   Musik.   BASTARD   ist   unser   Trojanisches   Pferd,   mit   dem   wir   auch   die Kids   erreichen   wollen,   die   sich   mit   unseren   Themen   sonst   nicht   auseinander   setzen   würden.   Als   Debütanten hatten   wir   die   Freiheit,   uns   über   Genrekonventionen   oder   Ansprüchen   eines   Sendeplatzes   hinwegzusetzen. Wir   haben   irgendwo   geahnt,   das   wird   der   letzte   Film   sein,   indem   wir   uns   so   naiv   und   frei   ausprobieren können, denn nach BASTARD werden wir erwachsen sein.  Was hat sie für ihren ersten langen Film zu so einem heftigen Thema motiviert? Ein   Debütfilm   in   Deutschland   ist   ein   Privileg,   denn   er   ermöglicht   enorme   inhaltliche   und   formale   Freiheiten. Wir   wollten   diese   Freiheit   auskosten   und   ein   anspruchsvolles   und   unbequemes   Thema   anpacken.   Gegen   die begrenzten   Mittel   haben   wir   unseren   Anspruch   gestellt,   dennoch   hochwertiges   Kino   zu   schaffen.   Kreativität braucht Widerstand. Glauben   sie,   dass   Kinder   heutzutage   eher   Gefahr   laufen,   ihre   emotionale   Balance   zu   verlieren als in früheren Generationen? Erwachsen    werden    ist    immer    gefährlich,    jede    Generation    hat    ihre    Risiken.    Ich    scheue    mich    davor gesamtgesellschaftliche   Trends   zu   beurteilen,   dazu   empfinde   ich   „unsere“   Gesellschaft   als   zu      heterogen. BASTARD   erzählt   die   Geschichte   von   zwei   Kindern,   die   etwas   Existenzielles   vermissen,   nennen   wir   es   Liebe oder   Anerkennung.   Sie   spüren,   dass   sie   ohne   diese   Anerkennung   nicht   leben   können   und   beschließen   sich diese   mit   Gewalt   zu   holen.   Die   Suche   nach   Anerkennung   und   Identität   ist   für   mich   eine   der   Hauptursachen von   Gewalt.   In   diesem   Sinne   ist   BASTARD   nicht   nur   eine   Geschichte   über   zwei   Kinder   auf   der   Suche   nach Liebe, sondern auch eine „kleine Geschichte über Gewalt“. Wie   bekommt   man   Kinder   dazu,   sich   als   Schauspieler   in   eine   dunkle   Welt   zu   bewegen,   ohne dass sie dabei Schaden nehmen? Spielfreude.   Kinder   spielen,   niemand   kann   das   so   gut   wie   sie.   Zumal   Markus   Krojer   (Leon)   schon   reichlich Filmerfahrung   hatte   (Wer   früher   stirbt   ist   länger   tot).   Wir   haben   unseren   Schauspielern,   den   Kindern   und den   Erwachsen,   eine   Spielwiese   geschaffen.   Der   Filmprozess   setzt   die   Grenzen   und   bestimmt   die   Bühne,   wir sprechen   die   Spielregeln   ab   und   dann   spielen   wir   los.   Filme   machen   ist   zuweilen   anstrengend,   aber   macht auch    höllischen    Spaß.    Solange    klar    ist,    wo    Phantasie    beginnt    und    Realität    aufhört,    fällt    es    Kindern wahrscheinlich   leichter   zwischen   den   Welten   zu   wandern,   als   uns   Erwachsenen.   Während   der   gesamten Dreharbeiten   wurden   „unsere   Kinder"   von   zwei   Pädagoginnen   begleitet   und   intensiv   betreut.   Auch   über   die eigentlichen   Dreharbeiten   hinaus   standen   sie   den   Kindern   und   ihren   Familien   als   Ansprechpartner   zur Verfügung   und   hatten   ein   Auge   darauf,   dass   die   Kinder   einen   guten   Weg   zurück   vom   zuweilen   irrwitzigen Filmzirkus   in   ihr   normales   Leben   finden.   Der   Gang   zischen   diesen   beiden   Welten,   ist   meist   die   eigentliche Herausforderung, wie jeder Filmschaffende weiß. Ihr   Langfilmdebüt   eröffnet   die   Hofer   Filmtage,   vor   einem   sehr   interessierten   anspruchsvollen Branchenpublikum. Wie fühlen sie sich angesichts dieser Positionierung? Den   Eröffnungsfilm   in   Hof   stellen   zu   dürfen,   dass   war   für   uns   alle   eine   sehr   große   Ehre,   zumal   wir   schon   mit „Der   Blaue   Affe“   und   „Zahme   Vögel“   die   Chance   hatten   in   Hof   zu   laufen.   Heinz   Badewitz'   Filmprogramm inspiriert    mich    sehr    und    die    Atmosphäre    auf    den    Hofer    Filmtagen    ist    sympathisch    und    angenehm unaufgeregt.   Beeindruckend   fand   ich   auch   unsere   Vorstellungen   im   Museum   of   Modern   Art   in   New   York.   Um den   Look   für   BASTARD   zu   entwickeln,   haben   wir   uns   Vorbilder   in   der   Kunst   gesucht.   Besonders   inspiriert haben   uns   die   Grafiken   von   Tara   McPherson,   die   Fotogtafien   von   Lillian   Birnbaum   und   die   Arbeiten   von Balthus.   Laurence   Kardish,   der   Film   Curator   im   MoMa,   versteht   sein   Kino   als   Galerie   und   als   wir   BASTARD auf   der   MoMa   Leinwand   zeigen   durften,   hatte   ich   das   Gefühl   unseren   Film   wieder   zu   seinen   visuellen Ursprüngen   zurück   zu   führen.   Besonders   bewegend   fand   ich   auch,   als   wir   im   Rahmen   der   Recherche   für unser   Nachfolge   Projekt   „Radio   Zhora“   in   Afghanistan   waren   und   BASTARD   im   Camp   „Marmal“   in   Masar–e Sharif   vor   Deutschen   Soldaten   gezeigt   haben.   Fern   der   Heimat   und   ihren   Familien   hat   der   Film   eine   ganz besondere und berührende Wirkung auf die Soldaten entfaltet.
© Carsten Unger
From the original Sountrack BASTARD, by Stevie B-Zet & Ralf Hildenbeutel
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THIS NIGHTMARE WAS KIND OF BIZARRE
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